Umkehrhypothek: Teures Rentenplus für Immobilienbesitzer
Dienstag 30. März 2010 von Wolfgang

Nur wenn die Rente ausreicht, lässt sich das eigene Häuschen im Alter genießen. Foto: LBS
Arm trotz Haus: Viele Senioren sind stolze Immobilienbesitzer, klagen am Monatsende aber über einen leeren Geldbeutel. Ihnen kann die neuartige Umkehrhypothek aus der Klemme helfen. Mit ihr lässt sich das Eigenheim beleihen und so die Rente aufbessern. Das ist jedoch mit nicht unerheblichen Nachteilen verbunden.
Das Angebot klingt verlockend: Ein Wohneigentümer ab 60 Jahren leiht sich von der Bank bis an sein Lebensende (maximal bis zum 110. Lebensjahr) einen monatlichen Betrag, mit dem er seine Rente aufstockt. Als Sicherheit dient das eigene Häuschen samt Grundstück. Diese Möglichkeit besteht aber nur, wenn es bereits abbezahlt ist. Der Kreditnehmer darf in seiner Immobilie wohnen bleiben, Zins und Tilgung werden für das Darlehen zunächst nicht fällig. Nach dessen Tod oder Umzug ins Pflegeheim muss die Zusatzrente allerdings zurückgezahlt werden. Jetzt sind die Angehörigen in der Pflicht: Sie können den…
Kredit ablösen oder das Haus verkaufen und aus dem Erlös die Schuld begleichen. Andernfalls veräußert die Bank die Immobilie und zahlt einen eventuellen Überschuss an die Erben aus.
Ein interessantes Modell, das sich in der Realität allerdings nur für wenige Rentner lohnt. Nur wer ein werthaltiges Eigenheim in guter Lage besitzt, kann damit eine nennenswerte Zweitrente erzielen. Hauseigentümer auf dem Lande müssen sich meist mit 100 bis 200 Euro zusätzlich pro Monat begnügen. Zumal sich die Bank ihren Service einiges kosten lässt. Häufig beträgt der Darlehenswert der Immobilie weniger als zwei Drittel des eigentlichen Schätzwerts. Mit dem Differenzbetrag federt der Geldgeber unter anderem zwei Risiken ab: Die Unkenntnis, wie lange der Rentner lebt und die Unsicherheit, wie sich das Haus in 20 oder 30 Jahren verkaufen lassen wird.
Klamme Senioren sollten sich deshalb genau überlegen, ob sie ihren Lebensabend nicht anders finanzieren können. So kann es zum Beispiel sinnvoll sein, die bisherige Immobilie zu verkaufen, eine kleinere Wohnung zu erwerben und den möglichen Resterlös auf die hohe Kante zu legen. Wer sich dennoch für die Umkehrhypothek entscheidet, sollte laut dem Immobilienportal Immowelt.de noch etwas Geduld haben: In den nächsten Monaten werden neue, eventuell günstigere Angebote auf den Markt kommen. (wk/Immowelt.de)
Tags:Umkehrhypothek, immobilienVerwandte Artikel
Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 30. März 2010 um 11:37 und abgelegt unter Immobilien Tipps. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.













